• Beate Teschner

Duale Ausbildung in Krisenzeiten

Neuen Anforderungen erfolgreich begegnen

Die passenden Auszubildenden zu finden und dann auch noch auf lange Sicht für den Ausbildungsbetrieb einzunehmen, ist eine Herausforderung.


Bewerbungen haben signifikant abgenommen. Im August 2020 meldet die Bundesagentur für Arbeit: „Bundesweit liegen das betriebliche Lehrstellenangebot und die Zahl der Bewerber acht bis zehn Prozent unter dem Vorjahreswert“. Insgesamt stehen demnach 482.000 gemeldeten Lehrstellen 417.000 Bewerber gegenüber. Einen so schlechten Start in ein neues Ausbildungsjahr gab es noch nie. Die Gründe liegen nicht alleine bei Covid 19 und dem Lockdown, auch die Verlängerung der Schulzeit an den Gymnasien von 8 auf 9 Jahre, wirkt sich aktuell in Hessen und Niedersachsen aus.


So können Sie sich als Ausbildungsbetrieb auf aktuelle und künftige Anforderungen einstellen:


Auf Ängste und Sorgen der Jugendlichen reagieren


Der Mittelstand steht aktuell vor einer zweifachen Herausforderung, zum einen sollen Schüler und Schülerinnen für eine Ausbildung begeistert werden, zum anderen gilt es, den Jugendlichen, die aufkommenden Ängste zu nehmen.


Um den Nachwuchs in der Berufsfindungsphase nicht zu verlieren, kommt es besonders auf die richtige Kommunikation an. Unternehmen, die gezielt für mehr Klarheit und Sicherheit bei den Auszubildenden sorgen, genießen einen Vertrauensvorsprung. Dies gilt vor und erst recht während der Ausbildung. Covid 19 hat uns vor Augen geführt, dass die ohnehin schon anspruchsvolle Ausgangslage in der dualen Ausbildung, sich weiter verändert. 49% der Betriebe erhalten zur Zeit weniger Bewerbungen, gleichzeitig haben 73% der Bewerber Angst, keinen Ausbildungsplatz zu finden und mindestens 17% der Unternehmen haben die Ausbildungsplätze im Sommer 2020 reduziert.


Von Anfang an für gute Beziehungen sorgen

Erste Bande werden bereits vor der Vertragsunterzeichnung geknüpft und idealerweise stetig intensiviert. Junge Menschen benötigen Orientierung und Halt. Es geht Ihnen nicht „nur“ um die Ausbildung an sich, sondern es geht um den Einstieg in ihre berufliche Zukunft und einen neuen Lebensabschnitt. Damit ist die verstärkte Betreuungsleistung seitens der Ausbildungsbetriebe ein wesentliches Handlungsfeld. Dies betrifft natürlich auch die bereits vorhandenen Ausbildungsjahrgänge. Ein dicker Pluspunkt: Unternehmen die Auszubildende in Krisenzeiten gut betreuen, erhalten hervorragende Botschafter ihrer Arbeitgebermarke, die auch zukünftig loyal zum Unternehmen stehen. Genau wie beim Onboarding von Fachkräften, ist die wertschätzende Integration ebenso wichtig wie die Vermittlung von fachlichen Inhalten. Daher macht es Sinn, auch auf die Generationsunterschiede zwischen Belegschaft und Nachwuchs einzugehen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern.


Die duale Ausbildung digitalisieren


Schon während der Kontaktanbahnung zwischen Jugendlichen und Arbeitgebern wird deutlich, wenn der persönliche Kontakt entfällt, rücken digitale Maßnahmen und Kanäle noch viel stärker in den Fokus. Azubis googeln Informationen über potentielle Arbeitgeber und schauen sich Unternehmen häufiger auf Social-Media-Kanälen an. Damit steigt auch die Relevanz der firmeneigenen Karriereseite. Die Digitalisierung beginnt also bereits beim Ausbildungs-Marketing und geht in die virtuelle Ausbildung über.

Ausbildungsbetriebe können die Besonderheiten dieser Zeit nutzen, um neue Vorgehensweisen zu etablieren. Denn, wer die Chance ergreift, die duale Ausbildung stärker zu digitalisieren, wird künftig profitieren. Gerade auch kleinere Betriebe werden entlastet, wenn redundante, zeitraubende Vorgänge entfallen. Video-Tutorials, digitale Plattformen und virtuelle Lernformate sind keineswegs nur in Home-Office-Zeiten hilfreich oder Konzernen vorbehalten. Gut aufbereitete digitale Lerninhalte, die auf einem durchdachten Ausbildungsprozess basieren, binden weniger Ressourcen und ermöglichen einen gleichbleibend hohen Ausbildungsstandard. Aus der Azubi-Perspektive gilt es, für die theoretischen Lerninhalte eine ansprechende Methodik-Didaktik anzubieten. Schließlich bleibt beim schlichten Hochladen von schnöden Lerninhalten, die Freude am Lernen auf der Strecke.

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