• Beate Teschner

Familienunternehmen + Nachfolge = Streit

Aktualisiert: 22. Okt 2019


Eine Formel die oft ins Schwarze trifft. Die Nachfolge in Familienunternehmen birgt Konfliktpotential für Jahre. Familiäre Gefühlswelten werden ins Unternehmen getragen und zu Hause sitzt die Firma immer mit am Tisch.


Ersparen Sie sich und Ihren Lieben leidvolle Erfahrungen beim Generationswechsel. Es gibt zwar keine ultimative Anleitung für den Übergang im Familienunternehmen, doch Muster und Probleme bei der Unternehmensnachfolge wiederholen sich. Deshalb können Sie sich mit meiner Unterstützung auf die Nachfolgeregelung im Familienunternehmen vorbereiten und auch bereits bestehende Probleme lösen.


Fünf typische Probleme bei der Nachfolge in Familienunternehmen:



1) Kommunikationsdefizite in der Familie


Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf die Unternehmensnachfolge werden nicht thematisiert. Dies gilt für Senioren und Junioren. Erwartungshaltungen sind unklar oder werden von einer Seite dominiert. Die Kommunikation findet nicht auf Augenhöhe statt. Im Raum stehen diffuse Aussagen. Ein Zeitplan und konkrete Vereinbarungen in schriftlicher Form fehlen. Ein regelmäßiger Austausch findet nicht statt.


2) Die ältere Generation hält sich für unersetzlich


Nicht jedem Familienunternehmer fällt es leicht sein Lebenswerk in die Hände der nächsten Generation zu legen. Immer neue Zielsetzungen und Aufgaben sorgen für einen immer späteren Rückzug aus der Unternehmensführung. Neue Lebensziele sind nicht in Sicht oder erscheinen nicht annähernd so attraktiv wie das Leben als Firmenlenker. Das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten ist groß, die Kinder müssten ihre Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen.


3) Unbewusste Kommunikation der Familienmitglieder


Im Unternehmen werden Botschaften gesendet und empfangen. Kinder und Eltern wechseln dabei zwischen privater oder geschäftlicher Rolle, dies geschieht unbewusst. Konflikte sind vorprogrammiert, wenn das, was geschäftlich gemeint war auf der Familienebene ankommt und umgekehrt. Trotzreaktionen, Blockaden, Ärger und eskalierender Streit sind die unangenehme Folge, wenn familiäre Verhaltensmuster aus der Vergangenheit im Unternehmenskontext wirksam werden.


4) Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten der Nachfolger


Häufige Defizite: Söhnen und Töchtern werden keine klar definierten Verantwortungsbereiche übertragen, falls doch, kommt es häufig zu Übergriffen der Senioren. Ideen oder neue Lösungsansätze dürfen nicht erprobt werden. Die Entscheidungshoheit liegt ausschließlich bei den Senioren. Unter ungeeigneten Rahmenbedingungen verdienen sich Nachfolger eher das Mitleid als die Anerkennung der Kollegen. Die fehlende Akzeptanz der Nachfolger durch die Mitarbeiter erschwert die Situation zusätzlich.


5) Unterschiedliche Auffassungen von Führung


Die jüngere Generation führt anders, die Mitarbeiter und das Unternehmen. Unternehmensausrichtung und Organisationsstrukturen werden neu gedacht. Flache Hierarchien, agile Arbeitsweise und die Fehlerkultur im Unternehmen stehen auf der Agenda. Neue Geschäftsmodelle, Service- und Produktangebote (Fokus Digitalisierung) werden in Betracht gezogen. Das erfordert Offenheit der älteren Generation, geraten Jung und Alt bei diesen Themen immer wieder aneinander, entsteht enormer Druck, der auch von den Mitarbeitern wahrgenommen wird und Unsicherheit im Unternehmen auslöst.


Die Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen kann tragisch enden oder exzellent verlaufen. Entscheidend sind Zeitfaktoren, die realistische Einschätzung des komplexen Übergabeprozesses und eine offene Kommunikation. Als neutrale Ansprechpartnerin und Vermittlerin unterstütze ich Unternehmerfamilien bei der individuellen Nachfolgeregelung.


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