• Beate Teschner

Fachkräftemangel ist eine Ausrede!

Aktualisiert: Jan 5


Sie halten das für eine steile These?

Ich lege noch einen drauf, Fachkräftemangel ist sogar eine lahme Ausrede.


Gut, so eine Aussage wirkt auf den ein oder anderen befremdlich. Seit Jahren wird der sogenannte Fachkräftemangel in den Medien zitiert, wenn es in der Wirtschaft nicht rund läuft. Frei nach dem Motto: Wenn wir nur die Mitarbeiter hätten, die wir bräuchten, wäre alles besser, aber die gibt es ja gar nicht. Ein Bösewicht in jeder misslichen Mittelstands-Wirtschaftsstory fängt immer mit F an und hört mit Mangel auf. Hinterfragt werden solche Mantras selten. Ist halt so, liest und hört man ja auch ständig.


Und wie sieht die Realität im Mittelstand aus?


Sehr viele Unternehmen suchen tatsächlich händeringend nach dringend benötigten Talenten. Entweder erhalten sie auf Stellenangebote keine Bewerbungen mehr oder nur wenige, diese sind dann zumeist, na ja, sagen wir mal suboptimal.


Es gibt auch Ausnahmen:


  1. Die großen Namen, also die Promis unter den Unternehmen

  2. Bei Berufen, in denen mehr Nachfrage als Angebot vorherrscht

  3. Unternehmen, die bereits jetzt als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden

Für alle anderen gilt: Es wird viel gesucht und wenig gefunden. Oft führt dann auch noch mangelhaftes Onboarding zu früher Fluktuation, verbunden mit immensen Kosten. Folglich werden die Bemühungen im Recruiting immer weiter hochgefahren. Das löst aber nicht das ursächliche Problem.


Warum Unternehmen keine Mitarbeiter finden


Ganz einfach, sie haben sich noch nicht auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt. Über Jahrzehnte haben sich die Personalabteilungen auf einen Arbeitgebermarkt eingestellt. HR funktionierte wie die Einkaufsabteilung im Unternehmen. Das Angebot war groß, es galt sich lediglich zu entscheiden und den bestmöglichen Deal zu machen. Natürlich noch weit entfernt von Win-Win Ansätzen. Mittlerweile haben wir einen Arbeitnehmermarkt und der erfordert ein Umdenken. Personalabteilungen agieren nun idealerweise wie die Kollegen aus den Bereichen Marketing und Sales um erfolgreich zu sein. Wer aber nach wie vor versucht, mit alten Methoden und Werkzeugen, neue Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren, wird zwangsläufig scheitern. Es hat einen Paradigmenwechsel gegeben, wer die Notwendigkeit zur Veränderung nicht erkennt, stellt sich hinten an. Die Top-Talente wählen die attraktivsten Angebote. Desto weniger verlockend das Angebot, desto wahrscheinlicher heuern durchschnittlich oder sogar unterdurchschnittlich talentierte Mitarbeiter an. Damit hat man dann zu wenig Problemlösungskompetenz im Unternehmen, dafür aber eloquente Wettbewerber mit pfiffigen Ideen.


Zeit die Lage zu sondieren


Die Politiker werden es nicht richten. Fachkräfte aus dem Ausland sind auf Dauer auch keine Lösung, denn auch dort gibt es keinen Fachkräfteüberschuss. Abgesehen davon, verliert der Standort Deutschland an Strahlkraft für Leistungsträger. Mehr berufstätige Frauen? Gut und schön - wird aber nicht reichen. Alle arbeiten bis zu umfallen? Wohl kaum erstrebenswert. Eins ist sicher, Sie benötigen die passenden Talente, die Ihr Unternehmen langfristig nach vorne bringen!


Zapfen Sie zwei zukunftssichere Quellen

für begehrte Fach- und Führungskräfte an:


  • Bieten sie selbst oder im Verbund mit anderen Ausbildungsbetrieben, eine exzellente Berufsausbildung mit Perspektive an.

  • Arbeiten Sie an Ihrer Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Ersetzen Sie dysfunktionale Methoden und Glaubenssätze.


Wer über Fachkräftemangel klagt, hat schlicht die notwendigen Veränderungen noch nicht eingeleitet und nutzt eine lahme Ausrede für Ideen-, Mut- oder Antriebslosigkeit.


Wenn Unternehmen sich um neue Kunden so unzureichend bemühen würden, wie um neue Mitarbeiter, dann hätten sie Kundenmangel. Sie würden behaupten, es gäbe keine Kunden mehr, während diese fröhlich beim Wettbewerb einkaufen.





In den nächsten Artikeln lesen sie mehr über exzellente betriebliche Ausbildung, die Möglichkeiten von unternehmensübergreifenden Ausbildungskooperationen und natürlich, wie Sie ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber positionieren können.


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